„Jüdisches Leben in Minden und Umgebung“

Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2014 hat das Kommunalarchiv Minden seine Datenbank „Jüdisches Leben in Minden und Umgebung“ freigeschaltet.

Die Datenbank „Jüdisches Leben in Minden und Umgebung“ wird stetig ergänzt. Sie dient der Erforschung des jüdischen Lebens in der Stadt Minden und ihrer näheren Umgebung im Allgemeinen sowie der Dokumentation der nationalsozialistischen Judenverfolgung in den ehemaligen Kreisen Minden und Lübbecke im Besonderen.

Die Datenbank „Jüdisches Leben in Minden und Umgebung“ enthält die Namen, persönlichen Daten und Schicksalswege von Personen, die zwischen 1933 und 1945 in den ehemaligen Kreisen Minden und Lübbecke lebten und aufgrund ihrer wirklichen oder vermeintlichen jüdischen Herkunft oder Religion Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung wurden.

Screenshot der Startseite der Datenbank

Langfristig soll die Datenbank um alle Personen jüdischen Glaubens ergänzt werden, die im 19. oder 20. Jahrhundert in den ehemaligen Kreisen Minden und Lübbecke geboren wurden, hier heirateten, starben und/oder begraben wurden, hier dauerhaft oder auch nur kurzzeitig lebten, hier arbeiteten, vor Gericht standen und/oder in Haft saßen; kurz alle, die hier amtlich registriert wurden.

Ferner soll die Datenbank auch die Eltern, Ehegatten, Kinder und Geschwister des oben genannten Personenkreises umfassen, da auch diese Opfer von nationalsozialistischen Repressalien und Verfolgungen wurden.

Mit der Datenbank „Jüdisches Leben in Minden und Umgebung“  stellt sich das Kommunalarchiv Minden der aus den ungeheuerlichen Verbrechen des nationalsozialistischen Rassenwahns erwachsenden moralischen Verpflichtung, die Erinnerung an alle jüdischen Opfer der NS-Gewaltherrschaft aus den ehemaligen Kreisen Minden und Lübbecke wach zu halten und an künftige Generationen weiterzugeben.

Die Erstellung der Datenbank „Jüdisches Leben in Minden und Umgebung“ wurde mit Mitteln aus dem „Förderprogramm Archiv und Schule“ des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Schulen soll durch die Datenbank der Zugang zu Informationen und Originalquellen zur Geschichte der Mindener Juden erleichtert werden.